Exchange 2019 die Neuerungen

Die Exchange-Server-Version 2019 kann unter Windows Server 2016, Windows Server 2016 und Windows Server 2019 betrieben werden. Im Netzwerk muss der Microsoft-Verzeichnisdienst Active Directory vorhanden sein, da Exchange Server sich intensiv in diesen integriert, u. a. zur Benutzerverwaltung.

Seit der Version 2013 ist ein neues Produktpflege-Modell seitens Microsoft in Kraft: Ungefähr einmal pro Quartal wird ein sogenanntes Cumulative Update (CU) verĂśffentlicht, was den kompletten Stand des Produktes in Bezug auf Fehlerbehebungen und Funktionserweiterungen zu diesem Zeitpunkt widerspiegelt und damit nicht nur fĂźr Aktualisierungen, sondern auch fĂźr Neu-Installationen genutzt werden kann. Manche Cumulative Updates werden als herkĂśmmliches Service Pack verĂśffentlicht (z. B. 2013 CU4 als SP1). Zu beachten ist, dass Microsoft nur fĂźr die jeweils letzten beiden Cumulative Updates Produkt-UnterstĂźtzung bietet. In der Praxis werden Sicherheitsupdates aber nur fĂźr das letzte Cumulative Update und das letzte Service Pack angeboten.

Weitere Änderungen finden Sie im Anschluß.

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Aus dem anfänglich einfachen E-Mail-System wurde eine umfangreiche Groupware-LÜsung. In der Version 2003 wurde mit dem Intelligent Message Filter (IMF) erstmals eine serverseitige Filterung implementiert, die es ermÜglicht, unerwßnschte E-Mails auszufiltern. Seit der Version 2013 ist ebenfalls eine rudimentäre Anti-Virus-Software enthalten.

Die Funktionalität umfasst:

  • E-Mails
  • Termine/Kalender
  • Aufgaben
  • Kontakte/Adressen
  • Notizen
  • Mobiler E-Mail-Zugriff via ActiveSync-Technologie
  • E-Mail-Abruf mittels POP3/IMAP4, E-Mail-Zustellung per SMTP
  • Globales Adressbuch
  • Zertifikatbasierte Authentifizierung
  • UnterstĂźtzung fĂźr Secure/Multipurpose Internet Mail Extensions (S/MIME)
  • Intelligenter Anti-Spam-Filter: SmartScreen-Filtertechnologie, Intelligent Message Filter (IMF)
  • Globale Annahme- und Verweigerungsliste (Weiße Liste/Schwarze Liste)
  • Anti-Viren-Filterung bzw. Anti-Viren-API, mit der Antivirensoftware von Drittanbietern angebunden werden kann
  • UnterstĂźtzung fĂźr das Sender-ID-E-Mail-Authentifizierungsprotokoll
  • Outlook Web App, Webzugriff auf die Funktionen des Servers
  • Mischbetrieb mit einem Office-365-Exchange-Online-Dienst
  • Data Loss Prevention

Grundsätzlich werden Daten unterteilt in einerseits persönliche und benutzerabhängige und andererseits gemeinsam genutzte Daten wie zum Beispiel die sogenannten Öffentlichen Ordner, wodurch Gruppenarbeit möglich wird.

Als Front-End-Anwendung wird meistens Microsoft Outlook genutzt. Als Alternative unter Linux kann auch Novell Evolution verwendet werden. Jedoch ist eine Nutzung von Exchange Server auch per Webanwendung mittels Outlook Web App oder ßber mobile Geräte mittels ActiveSync bzw. Telefon (Outlook Voice Access) mÜglich.

Bei Nutzung von Outlook zusammen mit Exchange Server wird der Funktionsumfang von Outlook erweitert. So wird z. B. ein Abwesenheitsassistent angeboten, der eingehende E-Mails mit einer Abwesenheitsnachricht beantwortet. Auch bestimmte andere Regeln fĂźr eingehende Mails werden direkt auf dem Server abgearbeitet, auch wenn der Benutzer Outlook nicht gestartet hat. Der Benutzer kann Ordner seines Postfaches, z. B. den Kalender, fĂźr andere Nutzer freigeben. Bei der Planung einer Besprechung wird dem Einladenden angezeigt, ob der Eingeladene verfĂźgbar ist oder bereits einen anderen Termin hat.

Exchange Server kann mit der Portal-Software Microsoft SharePoint Server sowie mit dem Instant-Messaging-Produkt Microsoft Lync zusammenarbeiten.

Die Verwaltung von Exchange Server erfolgt Ăźber eine Webanwendung, das Exchange Administration Center (EAC), oder fĂźr erweiterte MĂśglichkeiten mittels Exchange Management Shell (EMS) per PowerShell.


Clustering und hohe VerfĂźgbarkeit

Exchange Server Enterprise Edition unterstßtzt Clustering von bis zu 4 Knoten bei Verwendung von Windows 2000 Server und bis zu 8 Knoten mit Windows Server 2003. Mit Exchange Server 2003 wurde auch das Aktiv-Aktiv-Clustering eingefßhrt, allerdings nur fßr Cluster mit zwei Knoten. In diesem Setup dßrfen beide Server im Cluster gleichzeitig aktiv sein. Dies steht im Gegensatz zum häufigeren Aktiv-Passiv-Modus von Exchange, bei dem die Failover-Server in einem beliebigen Clusterknoten ßberhaupt nicht verwendet werden kÜnnen, während ihre entsprechenden Home-Server aktiv sind. Sie mßssen inaktiv darauf warten, dass die Home-Server im Knoten ausfallen. Nachfolgende Performance-Probleme mit dem aktiv-aktiven Modus haben Microsoft dazu veranlasst, zu empfehlen, dass dieser Modus nicht mehr verwendet werden sollte. In der Tat wurde die Unterstßtzung fßr Clustering im aktiven Modus mit Exchange Server 2007 eingestellt.

Das Clustering von Exchange (Aktiv-Aktiv- oder Aktiv-Passiv-Modus) wurde kritisiert, weil die Server in den Clusterknoten dieselben Daten nutzen mßssen. Das Clustering in Exchange Server bietet Redundanz fßr Exchange Server als Anwendung, aber nicht fßr die Exchange-Daten. In diesem Szenario kÜnnen die Daten als Single Point of Failure betrachtet werden, obwohl Microsoft diesen Aufbau als "Shared Nothing"-Modell beschreibt. Diese Lßcke wurde jedoch von ISVs und Speicherherstellern durch "Site Resilience"-LÜsungen wie Geo-Clustering und asynchrone Datenreplikation gefßllt. Exchange Server 2007 fßhrt eine neue Cluster-Terminologie und -Konfigurationen ein, die die Unzulänglichkeiten des bisherigen "Shared-Data-Modells" beheben.

Seit Exchange Server 2007 bietet integrierte Unterstßtzung fßr asynchrone Replikation nach dem Vorbild des "Protokollversands" von SQL Server in CCR-Clustern (Cluster Continuous Replication), die auf MSCS-MNS-Clustern (Microsoft Cluster Service-Majority Node Set) aufbauen, die keinen gemeinsamen Speicher benÜtigen. Diese Art von Clustern kann kostengßnstig sein und in einem, oder "gestreckt" ßber zwei Rechenzentren zum Schutz vor standortweiten Ausfällen wie Naturkatastrophen eingesetzt werden. Die Einschränkung von CCR-Clustern besteht darin, dass sie nur zwei Knoten haben kÜnnen und der dritte Knoten als "Wählerknoten" oder Dateifreigabezeuge bekannt ist, der "Split Brain"-Szenarien verhindert und im Allgemeinen als Dateifreigabe auf einem Hub-Transport-Server gehostet wird. Der zweite Clustertyp ist das traditionelle Clustering, das in frßheren Versionen verfßgbar war und jetzt als SCC (Single Copy Cluster) bezeichnet wird. In Exchange Server 2007 wurde die Bereitstellung sowohl von CCR- als auch SCC-Clustern vereinfacht und verbessert; der gesamte Cluster-Installationsprozess findet während der Exchange Server-Installation statt. LCR oder Local Continuous Replication wird auch als "Cluster des armen Mannes" bezeichnet. Es wurde entwickelt, um eine Datenreplikation auf ein alternatives Laufwerk zu ermÜglichen, das an dasselbe System angeschlossen ist, und soll Schutz vor lokalen Speicherausfällen bieten. Es schßtzt nicht vor dem Fall, dass der Server selbst ausfällt.

 


Rollen

 

Die Exchange-Funktionalität ist in der Version 2016 in zwei sogenannte Rollen gegliedert, die bei der Installation festgelegt werden:

  • Postfach – beinhaltet die Hauptfunktionalität, hält die Datenbanken vor und nimmt die Client-Anfragen entgegen
  • Edge-Transport – zusätzliche Sicherung der E-Mail-Übermittlung zwischen internem Netzwerk und Internet (z. B. Spam-Filterung); normalerweise in einer DMZ befindlich

Client-Server-Kommunikation

Microsoft Exchange Server benutzt zur Kommunikation mit dem Client eine proprietäre Schnittstelle namens MAPI, deren Aufrufe mittels der Protokolle RPC und HTTP transportiert werden und die unter anderem von Microsoft Outlook für Windows verwendet wird. Bei Verwendung aktueller Versionen von Exchange Server und Outlook wird die RPC-Schicht zugunsten größerer Flexibilität deaktiviert und MAPI wird direkt per HTTP übertragen.

Outlook fĂźr Macintosh nutzt dagegen die neuere Server-Schnittstelle EWS. In Zukunft sollten Drittanbieter diese ebenfalls anstatt der MAPI-Schnittstelle benutzen.


Versionshistorie

Version

Jahr

4.0

1996

5.0

1997

5.5

1998

2000 (6.0)

2000

2003 (6.5)

2003

2007 (8.x)

2006

2010 (14.x)

2009

2013 (15.0)

2012

2016 (15.1)

2019

2015

2018

Ursprünglich bot Microsoft das Mailsystem MS Mail (bis einschließlich Version 3.5) an, das aber die Anforderungen größerer Umgebungen nicht mehr erfüllen konnte. So war es nur möglich, maximal 500 Postfächer auf einem Server anzulegen, und die Ablage der Daten in einem Dateibaum entpuppte sich mit zunehmendem Mailaufkommen immer mehr als Problem ob der Menge der zu verwaltenden Daten. Exchange selbst wurde von Grund auf neu entwickelt. Um eine Nähe zu Microsoft Mail zu suggerieren und den Kunden den Umstieg auf Exchange nahezulegen, wurde beim ersten Exchange Server die Versionsnummer 4.0 verwendet. Bei der Entwicklung spielten von Beginn an die sichere Datenverarbeitung (relationale Datenbank mit 2-Phase-Commit-Transaktionen) und die Skalierbarkeit eine besondere Rolle. Die Basis bildet seit Beginn die Jet Engine (Jet Blue), die später auch für Produkte wie Active Directory oder den Kerberos Distribution Server verwendet wurde.


Das Produkt ist in den Varianten Standard und Enterprise erhältlich. Die Standardversion ist fĂźr den Einsatz in kleineren Unternehmen ausgerichtet, da sie nur 5 Datenbanken pro Server erlaubt. Die Enterprise-Version erlaubt dagegen bis zu 100 Datenbanken pro Server. Jede Datenbank kann in jeder Server-Variante bis zu 2 Terabyte Daten enthalten.

Jeder Nutzer der Software benÜtigt zusätzlich eine Clientzugriffslizenz (CAL). Diese gibt es ebenfalls in der Basis-Variante Standard und als zusätzliche Add-on-Lizenz in der Variante Enterprise, um erweiterte Server-Funktionen nutzen zu kÜnnen.